Studio view, "Ben O.+3", hydroetched glas and chromed tin, 280cm x 180cm x 80cm
Studio view, "Steffi +1", hydroetched glas and chromed tin, 200cm x 210cm x 70cm
Studio view, "Peter K.", hydroetched glas and chromed tin, 230cm x 80cm x 170cm
Studio view, "Xavier + 5", hydroetched glas and chromed tin, 220cm x 150cm x 110cm
Studio view, "John K.+ 2", hydroetched glas and chromed tin, 190cm x 140cm x 70cm
Studio view, "Eleonora+ 2", hydroetched glas and chromed tin, 210cm x 70cm x 70cm
Studio view, "Gerald + 1", hydroetched glas and chromed tin, 180cm x 200cm x 110cm
Studio view, "Sandy + 4", hydroetched glas and chromed tin, 180cm x 120cm x 130cm
Studio view, "Karsten P.", hydroetched glas and chromed tin, 175cm x 140cm x 120cm

Metropolis aka Gästeliste (2014)

Chromed tin with hydroetched glass and painted wood
Various sizes

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METROPOLIS I - aka Guest list

For the exhibition "10" for the 10th anniversary of the Berlin underground clubs Berghain Vert has created a walk-in installation, which staged the microcosm of club culture and the prevailing there game of identity as a maze full of reminiscences of bygone eras and thus a time-consuming and developed cross-cultural concept of human perception outside the everyday reality. The shape of the labyrinth, which was equipped with a variety of symbolic meanings since ancient times and its origin is unknown to this day, is one of the oldest forms of European cultural heritage. After labyrinths was still used in medieval churches as a symbol of the soul's journey to salvation, we have continued to develop its structure in the Age of the Baroque to walk mazes are exclusively for leisure and visitors allowed an experience of getting lost and losing. Applied to the present day corresponds to this later objective of what a visitor would expect from a club like Berghain. Even here there is a place where people escape for the duration of their stay reality and can concentrate solely on their senses. Both are protected areas, where they agree - surrounded by hedges or darkness - is free to indulge in the pleasure and live out fantasies without that this could get to the outside world. It created parallel worlds in which other or no laws apply and where it is, as it possible to assume other identities and to be perceived by others accordingly. Metropolis I offers a way to understand the appropriate actions and interactions and experience. At the same time, the sculpture is a reinterpretation and development of labyrinthine forms, corresponding to a contemporary version of the current construct a club. Surrounded by curtains that mark the border to the outside world, different form high, painted with black piano lacquer screens a maze, which reflects the spatial and communicative structures of a club as well as the viewer and his perception of himself. In contrast to symbolize glass display cases and mobile kiosks, which are manufactured in Istanbul since the time of the Ottoman Empire to the presentation after traditional crafts and used for the sale of goods, offering individuals who position themselves partly inside and partly outside of these structures, and flaunt. Different geometric shapes that are also found in the spatial structure and the arrangement of the individual elements, thereby represent individual traits or feelings and make each showcase a personalized unique. The emptiness inside of the cabinets and the smooth, shiny surfaces create an atmosphere of rejection and loneliness, but at the same time make a projection for the ideas and expectations of the viewer. As in a mirror cabinet installation gives the visitor a glimpse of their own and others' identities reconstitute itself in interaction with the environment. By combining the individual elements and individual perception of the viewer creates a space that opens up new perspectives between exhibitionism and voyeurism, modern and archaic, anonymity and communication.

Text / Nina Lörken

 

 

Metropolis aka Gästeliste

METROPOLIS I – aka Gästeliste

Für die Ausstellung „10“ zum 10. Geburtstag des Berliner Underground-Clubs Berghain hat Vert eine begehbare Installation geschaffen, die den Mikrokosmos der Clubkultur und das dort herrschende Spiel mit den Identitäten als Irrgarten voller Reminiszenzen an vergangene Epochen inszeniert und damit ein zeit- und kulturübergreifendes Konzept menschlicher Wahrnehmung außerhalb der Alltagsrealität entwickelt. Die Form des Labyrinths, das seit der Antike mit vielfältigen symbolischen Bedeutungen versehen wurde und dessen Entstehung bis heute ungeklärt ist, ist eine der ältesten Formen europäischen Kulturguts. Nachdem Labyrinthe in mittelalterlichen Kirchen noch als Symbol für den Weg der Seele zur Erlösung genutzt wurde, hat man ihre Struktur im Zeitalter des Barocks zu begehbaren Irrgärten weiterentwickelt, die ausschließlich dem Freizeitvergnügen dienten und den Besuchern ein Erlebnis von Verirren und Verlieren ermöglichten. Übertragen auf die heutige Zeit entspricht diese spätere Zielsetzung dem, was ein Besucher sich von einem Club wie dem Berghain erwartet. Denn auch hier handelt es sich um einen Ort, an dem die Menschen für die Dauer ihres Aufenthalts der Realität entfliehen und sich ausschließlich auf ihre Sinne konzentrieren können. Beides sind geschützte Räume, in denen man sich – umgeben von Hecken oder Dunkelheit – ungehindert dem Vergnügen hingeben und Fantasien ausleben kann, ohne dass dies an die Außenwelt gelangen könnte. Es entstehen Parallelwelten, in denen andere oder gar keine Gesetze gelten und in denen es gleichsam möglich ist, andere Identitäten anzunehmen und von anderen entsprechend wahrgenommen zu werden. Metropolis I eröffnet Wege, die entsprechenden Aktionen und Interaktionen nachzuvollziehen und zu erleben. Gleichzeitig ist die Skulptur eine Neuinterpretation und Weiterentwicklung labyrinthischer Formen, die als zeitgenössische Variante dem heutigen Konstrukt eines Clubs entspricht. Umgeben von Vorhängen, die die Grenze zur Außenwelt markieren, bilden unterschiedlich hohe, mit schwarzem Pianolack lackierte Paravents ein Labyrinth, das die räumlichen und kommunikativen Strukturen eines Clubs wie auch den Betrachter und seine Wahrnehmung von sich selbst reflektiert. Im Kontrast dazu symbolisieren gläserne Vitrinen und mobile Verkaufsstände, die in Istanbul schon seit der Zeit des Osmanischen Reichs zur Präsentation nach traditionellem Handwerk hergestellt und zum Verkauf von Waren verwendet werden, die einzelnen Individuen, die sich teils innerhalb, teils außerhalb dieser Strukturen positionieren, anbieten und zur Schau stellen. Unterschiedliche geometrische Formen, die sich auch in der räumlichen Struktur und der Anordnung der einzelnen Elemente wiederfinden, stehen dabei für individuelle Charakterzüge oder Gefühle und machen jede Vitrine zu einem personalisierten Unikat. Die Leere im Inneren der Vitrinen und die glatten, spiegelnden Oberflächen kreieren eine Atmosphäre von Abweisung und Einsamkeit, bilden jedoch gleichzeitig eine Projektionsfläche für die Vorstellungen und Erwartungen des Betrachters. Wie in einem Spiegelkabinett gewährt die Installation dem Besucher einen Blick auf eigene und fremde Identitäten, die sich im Zusammenspiel mit der Umgebung neu konstituieren. Durch die Kombination der einzelnen Elemente und die individuelle Wahrnehmung des Betrachters entsteht ein Raum, der zwischen Exhibitionismus und Voyeurismus, Moderne und Archaik, Anonymität und Kommunikation neue Perspektiven eröffnet.

Text / Nina Lörken