Heimat/Wüste/Herberge ()




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Heimat/Wüste/Herberge

Austellung und Publikation sind ein Streifzug. Der Anlass und der Ort sind identisch. Die wieder instandgesetzte Herberge des Grauen Hofes in Aschersleben. Ein verbliebener Teil einer Klosteranlage aus dem 13. Jahrhundert. Das Gebäude diente fast 600 Jahren als Herberge, 100 Jahre als Gefängnis, 50 Jahre als Stadtarchiv.

Nun soll es wieder Herberge werden und der historische Kreis der Wanderung schliesst sich. Die Künstler sind die ersten Gäste der Herberge. Sie berichten und reflektieren, wie bei Reisenden üblich, über Ereignisse aus der ganzen Welt. Auf Siedlung, Beherbergung, Heimat folgt Vertreibung, Leerstand, Wüste.

Ob Gabriel Rossell Sanillán den Weg der indigenen Gemeinschaft der Wirraritari (Huichol) beschreibt, die von den spanischen Eroberern in die Wüste Mexikos flohen und dort heimisch wurden oder Constantin Hartenstein die steinernen Reste der Feuerstätten einer verschwundenen sozialistische Kolonie, der Llano Del Rio, am Rande der Mojave- Wüste in den USA dokumentiert, nur eine von hunderten verlassener Siedlungen allein in Kalifornien.

Philip Topolovac der die Fundstücke aus zerbombten Wohnungen in Berlin bei Erschliessung der Fundamente für Neubauten ausgräbt, überall findet sich ein Aspekt des Durchgangs, des Nichtbleibenden wieder. Neue Völkerwanderungen durch Wassermagel, steigende Meerespiegel, Verwüstungen aller Art stehen uns bevor.

Es wird vieler Herbergen bedürfen, Völker werden durch Wüsten gehen, um neue Heimaten zu finden.


Text / Peter Lang