Installation view, brass on wood and steel, 310cmx310cmx340cm, Künstlerhaus Bethanien
Installation view, brass on wood and steel, 310cmx310cmx340cm, Künstlerhaus Bethanien
Installation View, brass on wood and steel, 310cmx 310cmx340cm, Künstlerhaus Bethanien
Installation view, brass on wood and steel legs, 310cmx310cmx340cm, Künstlerhaus Bethanien
Installation view, brass on wood and steel, 310cmx310cmx340cm, Künstlerhaus Bethanien
Installation view, brass on wood and steel leg, 310cmx310cmx340cm, Künstlerhaus Bethanien
Installation view, brass on wood and steel legs, 310cmx310cmx340cm, Künstlerhaus Bethanien

Abraham I (2014)

Lasered and handcrafted brass and painted wood
310cm x 310cm x 340cm

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As a kind of metamorphosis of the work "Air Abraham" deals "Abraham I" in an interplay between present, past and future, the interfaces of a connection between mythology and science. Based on the ancient myth of the flying carpet is a - multidimensional in many ways - "flying object" constructed which overcomes not only spatial but also temporal distances and through interdisciplinary combination of its components creates its own new universe. Already in the selection of materials and workmanship associated Vert past and future by letting customize the items of sculpture in wood and brass by traditional craftsmanship in the workshops of Istanbul, but limited in design to strict geometric shapes and technically oriented details. The visual aesthetic result is a structure that ancient and futuristic as it anmutet and the memory of aircraft to the dawn of aviation, as well as allowing the idea of a spaceship in space. Both are available for the human longing for the exploration of the unknown, for the beginning of a journey to new knowledge, the search for answers. The Vert met by taking up elements of mathematics, astronomy and physics as well as aspects of Numerology, Astrology and Esoteric and combines them into a holistic, comprehensive explanation. A body in the form of a hexagon is the center of the sculpture. It separates the inside from the outside, the micro-level of the macro-level, the sky from the earth, the known from the unknown. However, these levels are connected by nearly 900 screws that secure the outside plates in the form of constellations and inside each representing a visible from Earth star of our solar system. The ball bars inside can be connected to a geometric structure, recently discovered by quantum physicists called which from a certain perspective. Amplituhedron similar. The inclined viewers that have made them the experience to be given to how can suddenly and unexpectedly open up entirely new dimensions under certain circumstances. With the perception of the viewer play the delicate plates that are attached like wings or sails to the outer skin of the body and the massive structures appear to hold against all the laws of physics to float. While even the stars here are not outside but inside the sculpture to see make the wings of the earth is when they classified as a puzzle and their pattern of a in different directions large map together.The sculpture thus leads together elements that put in their specific combination of previous ideas aside and open dimensions of a new reality. Although, or perhaps because the work is so well understood as a plea for fantasy, it forms in its most lavish opulence and in the embodiment of the ideas underlying aware of a completely outdated counterpoint to contemporary social and artistic trends. Not only does the game with the epochs is consistently carried to the extreme, but the romance associated with material and subject matter itself becomes a piece of political provocation

Text / Nina Lörken

Abraham I

Als eine Art Metamorphose der Arbeit „Air Abraham“ thematisiert „Abraham I“ in einem Wechselspiel zwischen Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft die Schnittstellen einer Verbindung von Mythologie und Wissenschaft. Ausgehend von dem antiken Mythos des fliegenden Teppichs wird ein – in vielerlei Hinsicht mehrdimensionales - „Flugobjekt“ konstruiert, das nicht nur räumliche, sondern auch zeitliche Distanzen überwindet und durch die interdisziplinäre Verbindung seiner Bestandteile ein eigenes, neuartiges Universum schafft. Bereits bei der Auswahl von Material und Verarbeitung verknüpfte Vert Vergangenheit und Zukunft, indem er die Einzelteile der Skulptur aus Holz und Messing nach traditioneller Handwerkskunst in den Werkstätten von Istanbul fertigen ließ, sich im Design aber auf strenge geometrische Formen und technisch orientierte Details beschränkte. Das visuell- ästhetische Ergebnis ist ein Gebilde, das gleichsam altertümlich und futuristisch anmutet und die Erinnerung an Fluggeräte zu den Anfängen der Luftfahrt ebenso zulässt wie die Vorstellung eines Raumschiffs im Weltall. Beides steht für die Sehnsucht des Menschen nach der Erforschung des Unbekannten, für den Beginn einer Reise zu neuen Erkenntnissen, die Suche nach Antworten. Dem begegnet Vert, indem er Elemente der Mathematik, Astronomie und Physik wie auch Aspekte der Numerologie, Astrologie und Esoterik aufgreift und sie zu einem ganzheitlichen, übergreifenden Erklärungsversuch zusammenfügt.
Ein Korpus in Form eines Hexagons bildet den Mittelpunkt der Skulptur. Er trennt das Innere vom Äußeren, die Mikroebene von der Makroebene, den Himmel von der Erde, das Bekannte vom Unbekannten. Gleichwohl sind diese Ebenen durch fast 900 Schrauben verbunden, die außen Platten in der Form von Sternbildern fixieren und innen jeweils einen von der Erde sichtbaren Stern unseres Sonnensystems repräsentieren. Die Kugelstäbe im Inneren lassen sich aus einer bestimmten Perspektive zu einer geometrischen Struktur verbinden, die dem kürzlich von Quantenphysikern entdeckten sog. Amplituhedron ähnelt. Dem geneigten Betrachter lassen sie damit das Erlebnis zuteil werden, wie sich unter bestimmten Konstellationen plötzlich und unerwartet vollkommen neue Dimensionen eröffnen können. Mit der Wahrnehmung des Betrachters spielen auch die filigranen Platten, die wie Flügel oder Segel an der Außenhaut des Korpus befestigt sind und das massive Gebilde entgegen allen physikalischen Gesetzen zum Schweben zu bringen scheinen. Während schon die Sterne hier nicht außen, sondern im Inneren der Skulptur zu sehen sind, stellen die Flügel die Erde dar, wenn man sie wie ein Puzzle ordnet und ihre Muster sich in verschiedene Richtungen zu einer großen Landkarte zusammenfügen.
Die Skulptur führt damit Elemente zusammen, die in ihrer spezifischen Kombination bisherige Vorstellungen außer Kraft setzen und Dimensionen einer neuen Realität eröffnen. Obwohl oder gerade weil das Werk damit durchaus als Plädoyer für Fantasie zu verstehen ist, bildet es in seiner fast verschwenderischen Opulenz und in der Verkörperung der zugrunde liegenden Ideen bewusst einen gänzlich unzeitgemäßen Gegenpol zu aktuellen gesellschaftlichen und künstlerischen Tendenzen. Damit wird nicht nur das Spiel mit den Epochen konsequent auf die Spitze getrieben, sondern die mit Material und Thematik verbundene Romantik wird selbst zu einem Stück politischer Provokation.